Historie Bogenschießen

Bogenschießen

 

Höhlenzeichnungen von Bogenschützen vor ca. 15.000 Jahren zeugen von der langen Geschichte dieser alten Schießsportart. 
Der Reiz und gleichzeitig die große Schwierigkeit, aber auch Herausforderung der Disziplin Bogenschießen besteht sicherlich darin, dass beim Zielvorgang nicht zwei Visierpunkte (Kimme, Korn) zur Deckung gebracht werden können. Der Erfolg des Treffens ist so primär ein Produkt der Körperbeherrschung, der Konzentrationsfähigkeit sowie der Gleichmäßigkeit und Wiederholbarkeit von Bewegungen.
Neben Kraft und Ausdauer erfordert Bogenschießen auch viel Konzentration. Heute wird diese Schießsportdisziplin im Freien (90, 70, 60, 50, 30 m Distanz) und in der Halle (18 m Distanz) geschossen. Aus dem frühzeitlichen einfachen Weidenstock mit Angelsehne gespannt sind vergleichsweise hoch technisierte und physikalisch ausgeklügelte Sportgeräte entstanden. Die Wurfarme des Bogens sind zumeist aus Carbon- oder Glasfaser gefertigt. Gezielt wird zumeist mit Hilfe einer Visierung.


Internationale Bedingungen

 

Geräte: Recurvebogen, Blankbogen, Compoundbogen (bis max. Gipfelgewicht: 60 pounds), Pfeile aller Art, außer Jagdpfeile, die die Scheibe beschädigen, sind erlaubt. Außerdem: Pfeilköcher, Armschutz und Brustschutz.


Anschlag: Der Schütze muss beim Schießen aufrecht stehen, er darf keine Stütze benutzen. Für versehrte Sportler sind Ausnahmen zugelassen.


Scheiben und Auflagen: Der Scheibenkörper (Binsen, Stramitplatte oder Ethafoamscheibe) hat die Abmessungen von ³ 124 cm Durchmesser oder Quadrat. Die Scheibe hat einen Neigungswinkel von 15° und das Zentrum der Scheibe muss sich in einer senkrechten Höhe, gemessen vom Boden, auf 130 cm ± 5 cm befinden. Die Scheibenauflagen müssen eine Kennzeichnung der FITA-Lizenz aufweisen. Die Auflagen bei der Disziplin FITA-Runde im Freien sind in 10 Ringe eingeteilt, wobei vom Zentrum aus jeweils 2 Ringe zu verschiedenen Farbzonen zusammengefasst sind. 10 und 9 = gold, 8 und 7 = rot, 6 und 5 = blau, 4 und 3 = schwarz und 2 und 1 = weiß. Für die Compoundschützen gilt die verkleinerte innere 10 als HIT.


Die Auflagen bei der Disziplin FITA-Feldrunde sind in 5 Ringe eingeteilt, wobei das Zentrum gelb gekennzeichnet ist. Alle übrigen Ringe sind schwarz. Für die Compoundschützen zählt der innere Ring der gelben Zone als HIT.


Folgende Auflagenabmessungen sind lt. FITA-Regelwerk und der SpO in folgenden Disziplinen vorgegeben:

 

Turniere im Freien

 

FITA-Runde im Freien (internationale Sternturniere)

nach der FITA-Regel
je 36 Pfeile auf 90, 70, 50 und 30 m für Herren und Junioren;
je 36 Pfeile auf 70, 60, 50 und 30 m für alle weiblichen Teilnehmer und Jugendliche m/w
Das internationale Sternturnier ist beim DSB-Bogenreferenten zu beantragen.


FITA-Runde im Freien (nationale Sternturniere)


nach der SpO Teil 0 und 6
je 36 Pfeile auf 90, 70, 50, 30 m bzw.
je 36 Pfeile auf 70, 60, 50, 30 m 


Teilnehmergruppenzuordnung nach SpO Teil 0


Die Schießzeiten der Wertungspfeile bei den Wettkämpfen im Freien betragen:
lange Distanzen 90/70 m bzw. 70/60 m: 6 Pfeile (1 Passe) = 4 Minuten
kurze Distanzen 50/30 m bzw. 25/18 m: 3 Pfeile (1 Passe) = 2 Minuten.


FITA-Meisterschaftsprogramm im Freien nach der SpO Teil 6


• 2 x 36 Pfeile auf 70 m für Schützen, Damen, Junioren m/w, Altersklasse m/w und Senioren/innen 
• 2 x 36 Pfeile auf 60 m für Jugend m/w 
• 2 x 36 Pfeile auf 40 m für die Schüler A m/w


Die Schießzeiten für das Meisterschaftsprogramm betragen auf allen Distanzen 4 Minuten je Passe (6 Pfeile). 


Bei der Deutschen Meisterschaft werden in der Damen- und Schützenklasse, nach der Qualifikationsrunde (2 x 36 Pfeile), im Ausscheidungsschießen mit anschließendem Finale (nach dem K.o.-System) die deutschen Meister im Recurvebogen und Compoundbogen ermittelt.

 

Turniere in der Halle

 

FITA-Runde in der Halle (rekordberechtigt) nach der SpO Teil 6
2 x 30 Pfeile auf 25 m mit einer Auflage: 60 cm Ø/3fach- Vertikalauflage oder
2 x 30 Pfeile auf 18 m mit einer 3fach-Vertikalauflage.
Die Rekordberechtigung ist beim DSB-Bogenreferenten zu beantragen.


Meisterschaftsprogramm in der Halle nach dem Regelwerk des DSB SpO Teil 6


Entfernung 18 m.
2 x 30 Pfeile auf 3fach Spot vertikal für Schützen, Damen Junioren/innen, Altersklasse m/w, Seniorinnen u. Senioren
2 x 30 Pfeile auf die 40 cm Ø Auflage für die Jugend m/w
2 x 30 Pfeile auf die 60 cm Ø Auflage für die Schüler A m/w
Die teilnehmenden Bogenklassen sind Blankbogen, Recurve und Compound.
Bei den Deutschen Meisterschaften wird in der Damen- und Schützenklasse nach der Qualifikationsrunde (2 x 30 Pfeile) im Ausscheidungsschießen mit anschließendem Finale (nach dem K.o.-System) die deutschen Meister im Recurvebogen und Compoundbogen ermittelt.
Die Ermittlung der Mannschaftsmeister erfolgt in der Bundesliga.
Die Schießzeit für alle Turniere in der Halle beträgt auf allen Distanzen 2 Minuten je Passe (3 Pfeile).


Turniere im Feld

 

FITA-Feldrunde (Arrowhead-Turnier) nach dem FITA-Regelwerk
Der Parcour besteht aus 12, 16, 20 oder 24 Scheiben, die unterschiedlich im Gelände aufgestellt sind (Wiese, Wald und Feld, bergauf und bergab). Der Wettkampf besteht aus 2 Runden, wobei eine Runde mit unbekannten Entfernungen und die andere auf bekannte Entfernungen ausgepflockt ist. Jede Gruppe besteht aus 2 bis 4 Schützen. Die Schießzeit für die 3 Wertungspfeile pro Stand beträgt 4 Minuten. Der Wechsel vom Schießstand zum nächsten erfolgt nach dem Scroll-System. Es gibt Recurve-, Blank-, Compound- und Longbow-Wettbewerbe der Klassen: Damen, Schützen, Jugend und Schüler.


Deutsche Meisterschaft Feld nach der SpO Teil 6


Bei der deutschen Meisterschaft wird die Doppelrunde absolviert, d.h. 24 Scheiben auf unbekannte und 24 Scheiben auf bekannte Entfernungen. Diese Meisterschaft erstreckt sich über 2 Tage. Die teilnehmenden Klassen sind Damen, Schützen-, Schützenaltersklasse, Jugend und Schüler in der Recurvebogen-Blankbogen- und Compoundbogen-Disziplin. Sämtliche Bogendisziplinen werden über Vereins-, Kreis-, Bezirks-, Landesmeisterschaft bis zur Deutschen Meisterschaft geschossen.
Das internationale Wettkampfprogramm umfasst Europa- und Weltmeisterschaften. In den ungeraden Kalenderjahren finden die Weltmeisterschaften FITA-Halle, FITA im Freien und die World Games Feld statt, in den geraden Kalenderjahren die Weltmeisterschaften FITA-Feld und FITA-frei Junioren. Bei den Olympischen Spielen wird nach dem FITA-Regelwerk- Olympic-Round der Wettkampf durchgeführt.


Weitere Schießregeln und Leistungsabzeichenlimits sind in der SpO Teil 0 und Teil 6 angegeben. Für internationale Wettkämpfe gilt das FITA-Regelwerk (Fédération Internationale de Tir à l´Arc).


Bogenbiathlon

 

Im Grunde ist das Bogenbiathlon dem Biathlon sehr ähnlich. Das Kleinkalibergewehr wird durch einen Bogen ersetzt, die Munition sind Pfeile statt Patronen. Bogenbiathlon verbindet also den ruhigen Konzentrationssport Bogenschießen mit dem kraftvoll, dynamischen Sport Langlaufen.


Das Bogenschießen:

 

Das maximal erlaubte Zuggewicht beträgt 35 lbs. (= englische Pfund entspricht ca. 450 Gramm), das ist das Gewicht, das der Schütze bei vollem Auszug mit 3 Fingern halten muss. Die Scheibe hat einen Durchmesser von 16 cm und steht in einer Entfernung von 18 m. Die Pfeilspitzen sind abgerundet, damit sie nicht in der Scheibe stecken bleiben. Pro Schießeinlage hat der Athlet 4 Pfeile für 4 Scheiben zur Verfügung, lediglich bei der Staffel gibt es pro Schießeinlage einen Reservepfeil.
Geschossen wird in 2 Anschlagsarten, stehend oder kniend. Beim knienden Anschlag muss genau ein Knie den Boden berühren, das heißt, das andere Knie darf keinen Bodenkontakt haben.
Für jeden Schießfehler muss der Athlet eine 150 m lange Strafrunde laufen. Beim Einzelrennen gibt es für jeden Schießfehler eine Strafminute, die zur Laufzeit addiert wird.

 

Das Langlaufen:

 

Gelaufen wird in der freien Technik. Der Athlet muss dabei Bogen und Pfeile mit sich auf dem Rücken tragen. Die Runde für die Herren beträgt 2,5 km, für die Damen, Junioren und Juniorinnen jeweils 2 km. Je nach Wettkampfform wird eine unterschiedliche Anzahl an Runden gelaufen.
Sprint: 3 Runden mit 2 Schießeinlagen (s,k)
Verfolgung: 4 Runden mit 3 Schießeinlagen (s,k,s)
Einzelrennen: 5 Runden mit 4 Schießeinlagen (s,k,s,k)
Juniorinnen laufen jeweils eine Runde weniger und haben damit auch eine Schießeinlage weniger.
Bei der Staffel läuft jeder der 4 Teilnehmer die gleiche Distanz wie beim Sprint.

Traditionelles Bogenschiessen - was ist das ? 

Langbogen-, Holzbogen- und Recurveschützen

In einer Zeit, in der die Technisierung immer weiter voranschreitet, gibt es eine "Gegenbewegung", zurück zu den ursprünglichen Künsten wie zum Beispiel das Erlebnis des einfachen Bogenschießens, das ohne Rollenzug, Visiere oder Zielhilfen auskommt.
Der Schütze verläßt sich statt dessen auf seine natürlichen und durch Übung verfeinerten instinktiven Fähigkeiten, wenn er seine Pfeile durch die Konzentration auf das Ziel ins Zentrum der Scheibe schießt.
Für manche gehört es auch dazu, dass man sich Teile oder gar die ganze Ausrüstung selbst macht.

 

Trainiere um zu gewinnen!

 

Bogensportlern wird erzählt - trainiere hart und, mit viel Fleiß, wirst Du ein guter Schütze. 
Talentierten Anfängern gebe ich gerne folgenden Rat: Suche die besten Schützen, stehle ihre Technik, ihre Trainingspläne. Studiere die Champions, lausche und beobachte. Hast Du herausgefunden was sie machen, kopiere sie schamlos! Hinterher, wenn Du ein gewisses Maß an Fähigkeit und Kompetenz erreicht hast, höre auf andere zu kopieren und passe das Training und Deine Fähigkeiten an Deinen einzigartigen Stil an. Zum Beispiel: Lerne den sauberen, Lehrbuch-Stil und dann (später) modifiziere ihn so, dass es genau zu DIR passt. Erst kopieren, dann kreieren.


"Champions machen es sich im Training schwer und im Wettkampf leicht.
Alle Anderen machen es genau anders herum!"

 

 

 

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